Inhalte des Kurses:
Physiologie des Menstruationszyklus:
- detaillierte Darstellung der Zyklusphasen: Follikelphase, Ovulationsphase und Lutealphase
- Mechanismen der Ovulationsregulation sowie die Voraussetzungen für eine physiologisch korrekte Ovulation
- funktionelle Veränderungen des Endometriums und deren Bedeutung für die Implantation
Hormonelle Interaktionen im Zusammenhang mit Fertilität:
- Die Hypothalamus-Hypophysen-Ovar-Achse:
- pulsatile Freisetzung von GnRH
- Regulation von LH und FSH
- Funktionen von Östrogen, Progesteron, Prolaktin und AMH
- Interpretation zentraler hormoneller Parameter, ihrer physiologischen Schwankungen sowie ihrer klinischen Relevanz
Systemischer Blick auf das Reproduktionssystem:
Das Reproduktionssystem agiert nicht isoliert. Dieser Kurs betont seine funktionelle Integration in weitere Körpersysteme:
Gefäßsystem:
- Bedeutung der Beckenperfusion für die gonadale Funktion
- Faktoren, die den venösen Abfluss beeinflussen: Kongestion, ligamentäre Spannungen, Einschränkungen der viszeralen Mobilität
- Relevanz der Ovarial-, Uterin- und Iliakalarterien sowie der Aorta abdominalis im anatomischen und klinischen Kontext
Endokrines System als vernetztes Regulationssystem - Die Arbeit mit dem endokrinen System erfordert eine Betrachtung über die Reproduktionsorgane hinaus. Thematisiert werden insbesondere Zusammenhänge mit:
- Schilddrüse und deren Einfluss auf Zyklus, Ovulation und Implantation
- Nebennieren und stressassoziierter HPA-Achse
- Pankreas und der Glukose-Insulin-Regulation
- Leber als zentrales Organ des Hormonstoffwechsels
- Darm und Mikrobiom als Modulatoren des Östrogenhaushalts
Nervensystem:
- neuroendokrine Regulation der Fertilität
- Einfluss des vegetativen Nervensystems auf Ovarien, Uterus und Gefäßregulation
- Rolle psychophysiologischen Stresses in der Modulation hormoneller Achsen
Fasziales und muskuloskelettales System:
- Spannungsmuster im lumbosakralen Bereich und deren Auswirkungen auf die Beckenorganfunktion
- Mechanik des thorakalen und des Beckenbodendiaphragmas sowie deren Bedeutung für die Organperfusion
- Dynamik der Körperhöhlen – Druckregulation, Mobilität und diaphragmale Funktion
Osteopathischer Ansatz bei Fertilitätsstörungen:
- ganzheitliche osteopathische Untersuchung von Patientin (sowie ggf. Partnerin/ Partner): Palpation, klinische Anamnese, Befundinterpretation
- zentrale Techniken im fertilitätsbezogenen osteopathischen Setting:
- viszerale Techniken
- Arbeit an den Bandstrukturen von Uterus und Ovarien
- vaskuläre Techniken
- Techniken zur Unterstützung neuroendokriner Regulation
- diaphragmatische Ansätze
- Integration lokaler und systemischer Behandlungsstrategien
- Rolle der Osteopathie in Behandlungskonzepten bei assistierten Reproduktionstechniken (IUI, IVF)
Männlicher Faktor:
Diese sind ursächlich für ca. 50 % der Fertilitätsprobleme und daher ein zentraler Bestandteil des Kurses.
- Physiologie der Spermatogenese und Dynamik der zellulären Erneuerung
- Bedeutung der Perfusion in Hoden, Samenstrang und Lumbalregion
- Einfluss von Stress, Lebensstil, Stoffwechsel- und endokrinen Faktoren
Der Unterricht findet in polnischer Sprache statt, wird jedoch ins Deutsche übersetzt, und das Kursmaterial erhalten Sie in deutscher Sprache.